Nyika Nationalpark (Malawi)



Nyika bedeutet Wildnis. Genau das erwartet auch den Besucher hier: raue Bergwelten, Abgeschiedenheit und eine einsame Landschaft ohne große Touristenströme.



Geschichte

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wusste man kaum etwas über das Gebiet des Nyika Hochlandes; 1949 schickte die britische Regierung ein Expeditionsteam unter der Leitung von Laurens van der Post in die Gegend, um das Land zu kartographieren. 1965 wurde der heutige Nyika Nationalpark als Malawi National Park gegründet. Bereits im Vorfeld wurden auf beiden Seiten der Grenze immer wieder kleinere Bereiche unter Schutz vor Wilderei und Jagd gestellt.

Seinen endgültigen Namen bekam der Nationalpark im Jahr 1969. Ab da war er auch offizielles Schutzgebiet. Über 5.000 Menschen mussten dazu ihre Siedlungen verlassen, was zu vermehrter illegaler Abholzung, Jagd und Landwirtschaft führte. Heute dürfen die Anwohner Imkereien betreiben. Außerdem wird versucht durch den Verkauf von Pferdeantilopen und Tourismus die finanzielle Situation zu verbessern.



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Geographie & Klima

An der Grenze zwischen Malawi und Sambia gelegen, umfasst das Nyika Hochplateau und seine Randbereiche 3.214 km² (70 – 80 km² liegen auf sambischem Gebiet). Durch die Lage (afromontanen Zone) sollte man sich auf frische bis kühle Tage (im Oktober und November bis 26 °C) und kalte bis eisige Nächte mit Frost einstellen. Auch regnet es hier oft und viel im Vergleich zum Rest des Landes.
Zum Gebiet gehören zwei Gräben des Rift-Valley-Systems: das Luangwa-Tal im Westen und der Malawisee im Osten. Am höchsten Punkt, dem nördlich gelegenen Nganda Hill, geht es auf eine Höhe von 2.607 m. Im Südosten ist der zweithöchste Punkt, der Kasaramba mit 2.460 m.

Beste Reisezeit

Es ist zwar das ganze Jahr über kühl, doch es lohnt sich in den wärmeren Monaten Oktober und November zu kommen.



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Flora & Fauna

Die hier vorherrschende Fauna hat sich seit der letzten Eiszeit vor über 12.000 Jahren nicht verändert. In den Tälern herrschen Miombowälder vor, die Zentralfläche wird von Grasland mit afromontanen Gräsern bestimmt. In den feuchten Tälern mit staunassen Senken („Dambos“) kommen kleine Wälder vor.

Auf dem Nyika-Plateau wachsen über 1.900 verschiedene Pflanzenarten, was das Gebiet zu einem der artensreichsten Afrikas werden lässt. Im Sommer erblühen Massen an Gebirgsblumen, zahlreiche Orchideenarten – darunter 11 endemische – und Gladiolen.

Der Nationalpark bietet neben einer kleinen Population von Wildhunden vor allem mehreren Antilopenarten, über 400 Vogelarten, Hyänen, Leoparden, Zebras, Elefanten und Warzenschweinen ein Zuhause.

Touren & UKUs/Camps

Von sambischer Seite aus ist der Park nicht zugänglich, jedoch fliegen Cessnas nach Chelinda. Dies ist die einzige Ansiedlung auf dem Gelände des Parks. Von dort aus ist der Park mit dem Auto zugänglich. Auf Grund der Wege ist ein Allradwagen zu empfehlen. Grundsätzlich bewegt man sich meist auf einer Höhe von ca. 2.000 m. Dementsprechend durchtrainiert sollte man sein!

Die einzige Unterkunftsmöglichkeit auf dem gesamten Gebiet ist die privat geführte Chelinda Lodge, mit Campingmöglichkeiten, Jugendherberge und Chaletes. Von hier aus werden zahlreiche Safari- und Tourmöglichkeiten angeboten. Weitere Versorgungsstellen gibt es keine.

Wer sich jedoch in das Gebiet wagt, kann bei Wander- und Reittouren oder auch auf dem Mountainbike die unvergleichliche Landschaft erkunden. Von Alleingängen wird abgeraten, da die eintönige Landschaft die Orientierung sehr schwer macht. Wer sich eine Erlaubnis besorgt, kann Fischen gehen. Hier liegt auch ein Teil der Mafinga Hills; dieser 100 Kilometer lange Gebirgszug zieht sich durch den Nordwesten Sambias bis nach Malawi.




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