Ndola



Ndola ist nicht nur einer der wirtschaftlichen Schwerpunkte Sambias, sondern mit etwa 500.000 Einwohnern auch die drittgrößte Stadt des Landes. Die zweitälteste Stadt Sambias war lange vor ihrer Gründung ein bedeutendes Zentrum des arabisch-afrikanischen Sklavenhandels, woran noch immer das Stadtwappen erinnert. Ndola, wo auch ein Campus der Universität von Sambia eingerichtet wurde, weist mit ihren Märkten, den Hotels und Geschäften, dem Kino und der guten Anbindung an Lusaka ein facettenreiches touristisches Potenzial auf.

Stadtgeschichte

Ndola wurde 1904 von John Edward “Chiripula” Stephenson als die erste Siedlung am Kafua-Fluss im heutigen Katangazipfel gegründet und gilt nach Livingstone als die zweitälteste Kolonialstadt Sambias. Durch den kommerziellen Kupferabbau der Copperbelt-Region, wurde Ndola sehr schnell zum wirtschaftlichen Handelszentrum des Landes. 1907 wurde Ndola an das Eisenbahnnetz angeschlossen und hatte somit eine Verbindung nach Bulawayo (Simbabwe) und von dort bis nach Kapstadt. In den 30er Jahren erfolgte der Anschluss an das Straßenverkehrsnetz um nicht weiterhin die Kupfererträge per Schiff zu transportieren. Trotz der speziellen Wirtschaftsgeschichte der Stadt mutet das Stadtbild Ndolas jedoch weniger industriell an, als wie manch Reisender nun vermuten würde.

Sehenswürdigkeiten

In Ndola gibt es zahlreiche Geschäfte, einen großen Wochenmarkt und eine grosse Anzahl an Hotels. Ndola selbst hat ein vielfältiges touristisches Potential, welches bis jetzt allerdings noch nicht vollständig ausgeschöpft wurde. An den vielen Souvenirständen werden landestypische Schnitzereien, Schmuck, bemalte Kleidung, Batiken und Babywickeltücher (chitengi) angeboten.

Das Copperbelt Museum in Ndola ist mit die interessanteste Sehenswürdigkeit in der Stadt. Im Museum befinden sich Artefakte, die bei Ausgrabungen in der Region Copperbelt gefunden wurden und zurück bis in die Steinzeit datiert werden konnten. Des weiteren wird die Geschichte des Bergbaus in der Region und die Geschichte des Kupferabbaus, die wesentlich mit der Stadtgeschichte verknüpft ist, veranschaulicht.

Der Mukuyu Sklavenbaum (auch Mupupa-Baum)- eine Art Feigenbaum, befindet als ein Denkmal und Treffpunk in der Stadt. Er soll an die Sklaverei erinnern, die auch an diesem Ort im 19. Jahrhundert stattgefunden hat. An diesem Baum hielten arabische Sklavenhändler, meist Suaheli von der Ostküste Afrikas, ihre Sklavenmärkte ab –verkauften meist Gruppen zu 70 Personen aus der lokalen Bevölkerung. Der Mukuyu Sklavenbaum wurde für Ndola ein trauriges Symbol der eigenen Geschichte – die Sklaverei endete offiziell erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den letzten Jahren ist der Baum leider immer mehr den in ihm lebenden Termiten zum Opfer gefallen. Ein Gedenkstein am Fusse des Baumes erinnert an seine Geschichte.

10 Kilometer ausserhalb der Stadt, an der Ausfallstrasse von Ndola in Richtung Kitwe, befindet sich das Dag Hammarskjöld Denkmal. Dag Hammarskjöld war von 1953 bis 1961 der zweite Generalsekretär der Vereinten Nationen. Während der Kongo-Krise, in der er als Vermittler auftrat, stürzte sein Flugzeug am 18. September 1961 ab. Bislang ist ungeklärt, ob der Absturz durch einen technischen Defekt oder einen Abschuss durch ein anderes Flugzeug herbei-geführt wurde. Bis heute zieht das Denkmal internationale, private und diplomatische Besucher an.