Lusaka



Lusaka ist die Landeshauptstadt Sambias und gilt als Ausgangspunkt und Zentrum für jeden Reisenden im Land. Etwa 1,4 Millionen Menschen leben hier auf sehr engem Raum zusammen.
Mag der erste Eindruck den europäischen Reisenden ein wenig überfordern – so entfaltet Lusaka erst bei näherer Betrachtung seine Reize. Zudem steht die Stadt, gefangen zwischen Tradition und Moderne, als eine Metropole des Selbstfindungsprozesses nach Jahren der Abhängigkeit und Kolonisation. Lusaka ist Chaos, Struktur, Betriebsamkeit und Erholung.
In den letzten Jahren war Lusaka großen infrastrukturellen Veränderungen unterworfen. Investoren errichteten Hotels und Banken und in der Innenstadt eröffneten Ladenketten und Shopping-Center. Eine Universität wurde gebaut und bietet nun Studenten Bildungsmöglichkeiten, für die sie vorher ins Ausland gehen mussten.
Doch trotz dieser positiven Veränderungen gibt es Negativschlagzeilen: Lusaka ist das Abbild Sambias und das Land gehört mit zu den ärmsten Staaten der Erde. Dies spiegelt sich in der Hauptstadt wieder. Aus allen Landesteilen strömen Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Stadt. Hierfür gibt es keinerlei Kontrolle und lässt die Stadt aus allen Nähten platzen. Vororte und Elendsviertel entstehen und überlassen die Stadt einem unvorhersagbaren Schicksal.

Stadtgeschichte

Die Stadt, 1905 von europäischen Siedlern aus einem kleinen Dorf gegründet, wurde nach dessen Chief Lusakaa benannt. Jahrelang war Lusaka nichts weiter als eine Bahnstation mit einer Mission, ein paar Häusern und Geschäften von burischen Siedlern. Ab 1908 gab es hier die erste Schule und 1910 entstand das Grand Hotel – das heutige Lusaka Hotel. In den folgenden Jahren wurde nichts an der bisher fehlenden Infrastruktur geändert. Bei der Verlegung der bisherigen Hauptstadt Livingstone nach einem zentraleren Ort im Lande entschied man sich 1931 aus rein klimatischen Gründen für Lusaka. Nach diesem Entschluss wurde bis 1935 sehr eifrig an und in Lusaka gebaut, so dass der Umzug von Livingstone in diesem Jahr stattfinden konnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Lusaka sehr schnell weiter zu einem industriellen und wirtschaftlichen Zentrum. Durch massiven Zuzug aus den ländlichen Regionen konnte sich die Einwohnerzahl zwischen den Jahren 1950 bis 1970 verzwanzigfachen. Noch heute gilt Lusaka als die am schnellsten wachsende Stadt Afrikas – die genaue Einwohnerzahl ist nicht mehr bestimmbar.

Sehenswürdigkeiten

Lusaka trägt den wegen seiner vielen Grünflächen und Parks den Beinamen „The Garden City“. An Stellen wo keine Bebauung stattgefunden hat wurden meist Grünflächen angelegt oder Bäume gepflanzt. Dies gibt der Metropole eine gewisse Ruhe und schafft, im krassen Gegensatz zu anderen afrikanischen Großstädten, Plätze für Spaziergänge und Erholung.

Das Nationalmuseum beherbergt eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Landes, mit einem speziellen Fokus auf die Kolonialzeit und die Unabhängigkeit Sambias. Weiterhin sind Ausstellungen über einheimische Kunst sowie traditionellen Glauben, Heilung und Kleidung zu besichtigen.
Ein Museumshighlight ist der berühmte Schädel des Brocken Hill Man. Der wohl berühmteste Knochenfund Afrikas, der als missing link zwischen Homo erectus und dem heutigen Homo sapiens gilt und auf ein Alter von mindestens 125.000 Jahren zurück blicken kann, ist mit vielen weiteren Schädelfunden zusammen ausgestellt.

Wer weiterhin an der Landesgeschichte interessiert ist, wird beim Besuch des Chilenje Hauses belohnt. Früher residierte hier der erste sambische Präsident Kenneth Kaunda. Nach der Restaurierung der drei zusammen hängenden Häuser, wurden diese zu einem Museum ausgebaut und zum Nationaldenkmal erklärt.

Um zeitgenössische Kunst aus Sambia zu betrachten oder auch zu kaufen, empfiehlt sich ein Besuch der Namwandwe Art Gallery. Die Galerie wird von einem sambischen Kunstmäzen geführt, der seine eigene Sammlung hier ausstellt und anderen Künstlern in einem Nebengebäude die Möglichkeit bietet ihre Arbeiten auszustellen und zu verkaufen. Bis zu 100 junge sambische Talente stellen hier ihre Skulpturen, Aquarelle, Ölbilder oder Tonarbeiten aus.

Das Kabwata Cultural Village befindet sich auf dem ehemaligen Gelände für traditionelle Tanzdarbietungen. In der Woche ist hier Platz für die traditionellen Holzschnitzer des Landes, die sich hier ein Refugium geschaffen haben und ihre meist exotisch anmutenden Arbeiten an Reisende verkaufen.

Wer sich in Lusaka aufhält darf es nicht verpassen sich auf den typischen Märkten herum zu treiben. Der größte Stadtmarkt Lusakas ist der bereits seit 1928 bestehende Luburma Market – welcher die Exotik „typisch afrikanischer Märkte“ versprüht. Hier gibt es nichts, was es nicht zu kaufen gibt. Für viele Menschen des Landes stellt der Marktverkauf die letzte Hoffnung dar, innerhalb des Kleingewerbes ein wenig Geld zu verdienen – der Markt fungiert somit auch als ein Spiegel des Landes und der Gesellschaft.

Wer es lieber ein wenig ruhiger, weitläufiger und nicht allzu stressig mag, der sollte den Lusaka Crafts Market besuchen, der jeden letzten Samstag im Monat stattfindet. Dieser wird auf dem Gelände der Dutch Reformed Church betrieben und von selbiger auch veranstaltet. Hier können frische Farmerzeugnisse aus dem städtischen Umland, kunsthandwerkliche Artikel, Bücher, Pflanzen und vieles andere gekauft werden.

Der Munda Wanda Zoo & Botanischer Garten befindet sich ca. 18 Kilometer südlich Lusakas, in der kleinen Ortschaft Chilanga. Hier können über 300 verschiedene Pflanzenarten sowie zahlreiche, in Gehegen lebende Tierwaisen (Löwen, Leoparden, Schildkröten, Tiger, Wildhunde u.v.a.m.) bestaunt werden. Der Park wurde 1952 von Ralph Sanders, einem Forstbeamten und leidenschaftlichen Gärtner, gegründet.

Ein weiteres Highlight ausserhalb der Stadt ist der Kalimba Reptilienpark. Ca. 20 Kilometer nördlich von Lusaka gelegen, können hier Schlangen, Krokodile, Chamäleons und Schildkröten betrachtet werden. Der Reptilienpark bietet seinen Besuchern die einzigartige Möglichkeit das vom Aussterben bedrohte Slender Snouted Crocodile zu sehen. Das scheue Tier ist heute leider kaum noch in den Sümpfen des Landes zu finden – in freier Wildbahn eventuell noch im Kasanka Nationalpark.









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