Livingstone



Für Besucher der Viktoriafälle, Reisende auf den Spuren des britischen Forschers David Livingstone oder sportbegeisterte Rafter, Kanuten oder Paddler sei zu einem Besuch der ehemaligen Hauptstadt Livingstone, auch gerade als Basispunkt für alle weiteren Aktivitäten, geraten.
Die vitale Kleinstadt unterwarf sich wie auch Lusaka im letzten Jahrzehnt intensiven Modernisierungsmassnahmen: Hotelketten errichteten hier ihre Domizile, der Flugplatz wurde für den internationalen Flugverkehr ausgebaut – alles im allem hat sich Livingstone dem Tourismus hingegeben und die Entwicklungschancen durch ihn erkannt.

Stadtgeschichte

Im Jahre 1898 entstand am Old Drift, einer Furt zur Überquerung des Sambesi, am Nordufer des Flusses gelegen und ca. 9 Kilometer vom heutigen Livingstone entfernt, die erste europäische Siedlung Nordwestrhodesiens. Die Flussüberquerung diente als Handelsstrecke und wurde bald reger betrieben, so dass sich der städtische Ausbau lohnte. In den Folgejahren wurden Hotels, Missionsstation und eine Schule gebaut – als Grundlage für die städtische Entwicklung. Durch die schlechten klimatischen Bedingungen und der hohen Todesrate aufgrund von Tropenkrankheiten, baute die rhodesische Administration auf dem Gebiet des Constitution Hill das heutige Livingstone.
Ab 1905 ersetzte eine Eisenbahnbrücke die gefährliche Überfahrt über den Sambesi und eine administrative Anordnung forderte die alten Siedler auf, in das neu gegründete Livingstone zu ziehen.
1907 wurde Livingstone zur Hauptstadt Rhodesiens erklärt. 1911 zählte die Stadt schon knapp 2000 Einwohner – mehr als 20% der Europäer befanden sich in Livingstone und 1928 war die Einwohnerzahl auf fast 7500 Personen angewachsen. Trotz der Verlegung des Regierungssitzes nach Lusaka und der Aberkennung des Hauptstadtstatus’ nahm die Bevölkerungsentwicklung weiterhin rasant zu. Ende der 80er Jahre konnten mehr als 100.000 Einwohner in Livingstone registriert werden.
Gerade durch den Ausbau des Tourismus zieht es weiterhin viele Menschen aus den ländlichen Regionen nach Livingstone – entweder als Arbeitskraft oder aber auch um sich als Händler oder Unternehmer hier nieder zu lassen.


Bild vergrößern

Sehenswürdigkeiten

Das nach dem Forscher, Reisenden und Missionaren benannte Livingstone Museum ist eines von drei sehenswerten Museen der Stadt. Es beherbergt die wohl umfangreichste Sammlung über David Livingstone und verfügt auch über eine Fülle an originalen Aufzeichnungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus gibt es Ausstellungen über die Entwicklungsgeschichte des Menschen von der Frühzeit bis ins 21. Jahrhundert, die Naturgeschichte Afrikas sowie die Landesgeschichte bis zum sambischen Unabhängigkeitskampf.
Leider ist für die Menge an Ausstellungsartefakten im Museum zu wenig Platz, um die einmaligen Artefakte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Das Railway Museum am südlichen Ortsausgang der Stadt gibt einen guten Überblick über die Eisenbahngeschichte der Region und ist für jeden Bahninteressierten ein Muss und Höhepunkt. Daneben werden viele Loks, welche teilweise bis zu 100 Jahre alt sind, sowie Reise- und Eisenbahnutensilien ausgestellt, welche die Geschichte der Bahn in Sambia gut dokumentieren und das Thema abrunden.

Das dritte Museum in Livingstone ist das Field Museum. Hier wird die naturwissenschaftliche Ausgrabungsstätte am Ufer des Sambesi dokumentiert, welche bis in die Eiszeit zurückgeht. Vor allem der Wandel der Region in den letzten 50.000 Jahren soll hier veranschaulicht werden – dies geschieht unter anderem an einem Modell der Victoriafälle und deren vermutlich früheres Aussehen.

Bei einem Rundgang durch die Altstadt Livingstones können Kolonialbauten aus der Gründerzeit und Originalgebäude betrachtet werden, die sich allerdings immer noch in einem Dornröschenschlaf befinden und auf ihre Erweckung warten. Folgt man dem John Hunt Way durch die Stadt, stösst man auf viele dieser Gebäude aus der Gründungsperiode (1900-1930) Livingstones.

Das Mukuni Village liegt ca. 10 Kilometer ausserhalb Livingstones und ist fester Bestandteil einer jeden touristischen Rundfahrt. Hier residiert Chief Mukuni, König der Leya, in seinem königlichen Palast. Das ca. 7000 Einwohner zählende Dorf, funktioniert aufgrund eines guten Marketings und ist als Ausflugsziel ein fester Bestandteil. Bei einer Voranmeldung kann sogar ein königlicher Empfang garantiert werden. Bei einem Rundgang durchs Dorf erfährt man eine kurze Einführung in das traditionelle Leben der Leya – vor allem aber in deren Schnitzkunst. Die fast industrielle Herstellung der Schnitzereien ist dem kommerziellen Gedanken des Königs zu verdanken, der die Entstehung einer Plastik durchstrukturierte und hierarchisierte (vom Holzfäller bis hin zum Oberflächengestalter).

Der Mosi Oa Tunya Nationalpark (MOT Game Park) ist direkt am Wasser der Victoriafälle gelegen und besticht durch seine pittoreske Uferlandschaft sowie die recht zutraulichen Tiere.

Der Höhepunkt einer jeden Reise nach Livingstone ist natürlich ein Besuch der Victoriafälle sowie das Nutzen der diversen sportlichen aber auch halsbrecherischen Angebote in und um die Sambesischlucht.









Beeindruckend stürzt das Wasser des Sambesi in die endlos wirkende Tiefe. Der Wasserfall zwischen den Grenzstädten Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und ist Touristenmagnet beider Länder.