Ngoni



Die Ngoni stellen heute knapp 15% der sambischen Bevölkerung dar. Ihr heutiges Siedlungsgebiet ist der Osten Sambias sowie das Hochland von Malawi, aber auch noch im heutigen Tansania und Südafrika. Ihr Heimatgebiet ist das heutige Südafrika aus dem sie vor dem Zulu König Shaka flohen. In einer Periode von 1819-1839 verließen viele Völker das südafrikanische Gebiet aus Furcht vor Shakas Armeen. Die Ngoni nahmen bei ihrer Flucht die neuen Kampfmethoden der Zulu an (die Ngoni waren nun von Shakas ehemaligen General Soshangane angeführt) und konnten so sehr einfach Völker und Territorien auf ihrem Weg in ein neues Siedlungsgebiet unterwerfen.
Unter Soshangane errichteten die Ngoni ein Militärreich in Zentralafrika – Gaza genannt. Dieses Reich war den Europäern (hier den Portugiesen) während der Kolonisation Mocambiques ein Dorn im Auge und auch ein ebenbürtiger Gegner. Weitere Reiche wurden auf dem Boden des heutigen Sambia von Ngoni-Flüchtlingen gegründet – diese befanden sich vor allem im Hochland Malawis sowie im Osten Sambias, ihrem heutigen Lebensraum. Am 20. November 1835 überschritten die Ngoni unter ihrem Häuptling Zwangendaba den Sambesi: dieser feierliche Tag ging durch eine Sonnenfinsternis und durch ausuferndes Biertrinken in die Geschichtsschreibung der Ngoni ein. Letzteres wird hierzu jährlich in Erinnerung an diesen Tag feierlich wiederholt.
Mit der Zeit ist aus den nomadisch lebenden Ngoni eine sesshafte Kultur von Ackerbauern und Viehzüchtern geworden. Mit den unterworfenen Völkern wurden Freundschaften und Bünde geschlossen bzw. diese in ihr kulturelles Leben integriert. Ein erstaunliches Merkmal dieser Bünde ist die Übernahme einer Sprache der Unterworfenen: die Ngoni übernahmen das Nyanja der von ihnen besiegten Chewa. Durch das Auftauchen der Europäer und deren moderner Waffen, ging die Vorherrschaft der Ngoni in Ostsambia langsam zu Ende.
Das Oberhaupt aller Ngoni ist der Mpezeni. Ihm zu Ehren findet jährlich die N’cwala-Zeremonie statt. In der Dankes- und Erntezeremonie kostet der Mpezeni die ersten frischen Früchte der Saison. Das Fest wird begleitet von einem bunten Treiben an Tänzen (durch traditionelle Vimbuzatänzer) und Musik sowie einer unüberschaubaren Menge an Bier. Das Fest fand bis 1900 regelmäßig statt, wurde dann von der Kolonialregierung verboten und erst seit 1980 wieder regelmäßig praktiziert. N’cwala findet am 24. Februar im Dorf Mtenguleni in der Ostprovinz Sambias statt.









Beeindruckend stürzt das Wasser des Sambesi in die endlos wirkende Tiefe. Der Wasserfall zwischen den Grenzstädten Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO und ist Touristenmagnet beider Länder.