Ethnographie Sambias



Wie die meisten Länder Afrikas ist auch Sambia ein Vielvölkerstaat. Ein Großteil der rund 70 ethnischen Gruppen des Landes sind Bantu-Völker. Die Bantu – eine angeblich höher entwickelte, Ackerbau- und Viehzucht betreibende Kultur, die unzählige verschiedene Völker in sich unterschied, soll in mehreren Einwanderungswellen von Norden her in die südlichen Regionen Afrikas vorgedrungen sein und schon vorhandene Kulturen assimiliert haben. In der Wissenschaft (Linguistik, Anthropologie, Archäologie und Ethnografie) wird heute noch intensiv darüber gestritten, ob es die Bantu überhaupt gegeben habe.

Bewiesen ist jedoch, dass es Völkerwanderungen gegeben hat – gestritten
wird eher über die Überlegenheit einer solchen Bantu-Kultur. Die Wanderungen fanden aus den Regionen des heutigen Kongo, Angola, Kamerun und Gabun statt und endeten im heutigen Sambia, gingen aber auch bis in den Süden Südafrikas.
In Sambia können drei dominierende ethnische Machtblöcke innerhalb des Vielvölkerstaates unterschieden werden, welche sich auf ihre traditionelle Gruppenzugehörigkeit berufen: die Bemba im Norden und Nordosten, die Ngoni im Osten sowie die Tonga, Lunda, Lozi, Luvale und Kaonde im Zentrum und Westen des Landes.



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Ethnische Zusammensetzung

Abgesehen von den 1,2% Europäern, den Indern und den 0,7% Twa, also Buschleuten, setzt sich Sambias Bevölkerung zu ungefähr 98% aus Schwarzafrikanern und diese wiederum aus ungefähr 73 bantusprachigen Gruppen zusammen. Die größten ethnolinguistischen Gruppen sind die Bemba. Sie haben einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 20%. Hernach kommen die Bantu Botatwe (Tonga, Ila und Lenje) mit 15%, die Chewa, Ngoni und Nsenga mit etwa 15%, die Lozi mit etwa 6%, die Lala und Bisa (5%), die Kaonde (3%), die Mambwe und Lungu (3%), die Lunda (3%), die Lamba (2.5%) sowie die Luvale (2%). Die anderen 57 Gruppen werden hier nicht mehr extra aufgeführt.




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